YOGA & REISEN: Yin Yoga Training mit Paul Grilley bei Triyoga in London

Triyoga in London ist wohl die renommierteste Yogainstitution in ganz Europa und erste Anlaufstelle, um internationale Gastlehrer anzutreffen. Ich war beim Yin Yoga Training mit Paul und Suzee Grilley.

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Ich liebe TRIYOGA und die etablierte Yogaszene in London. So sehr, dass ich weder Kosten (denn ein London-Ausflug ist alles andere als billig) noch Mühen scheue, um zumindest einmal im Jahr in die Londoner Yogacommunity einzutauchen. Das Line-up internationaler Gastlehrer, die ihren Weg das ganze Jahr über in die Studios von TRIYOGA finden, ist beeindruckend. Hatte ich zuletzt das Vergnügen im Triyoga Studio in Primrose Hill ein Wochenende lang mit der wunderbaren SEANE CORN an einem DETOX & CHAKREN Workshop teilzunehmen, hatte ich dieses Mal einen mindestens ebenso guten Grund für einen Trip ins inspirierende LONDON: Ein YIN YOGA Intensive Training mit PAUL UND SUZEE GRILLEY im zentralen, wenn auch kleineren TRIYOGA Studio in SOHO.

Yin Yoga: kein zertifiziertes System, aber die ganze Wahrheit

Es waren intensive Tage, die so ziemlich alles abgedeckt haben: Yoga-Anatomie, Meridianlehre, Meditation, begleitet von einer YIN & YANG Yogapraxis. So wie DAVID SWENSON Asthanga IST und BRYAN KEST Poweryoga IST, IST PAUL GRILLEY Yin Yoga. Näher kann man an die Quelle langjähriger Erfahrungen und Erkenntnisse nicht kommen. Was mich immer wieder beeindruckt, sind jene Lehrer, die kein Business aus ihren Weisheiten machen. Weder hat sich Bryan Kest jemals den Begriff Poweryoga schützen lassen (und entfernt sich auch zunehmend aus der Fitness-Mentalität, die ihn vor 20 Jahren dazu bewogen hat, seinen Yogastil so zu benennen). Noch hat Paul Grilley, YIN YOGA zu einem zertifizierten System gemacht. Paul Grilley ist ein leidenschaftlicher Profi, dem es nicht darum geht, am kommerziellen Yogakuchen mitzunaschen, sondern Wissen zu teilen und weiterzugeben. SHARING IS CARING.

Wieso ich und warum gerade Yin Yoga?

Will man Prana Flow unterrichten, muss man bei Shiva Rea einige kostspielige Kurseinheiten absolvieren. Will man YIN Yoga unterrichten, kann man das einfach tun. Ich kam zum ersten Mal mit diesem eher unpopulären Yogastil bei meiner Ausbildung in Bali in Berührung. Mein Lehrer STEVE ROSS ist bekannt für seine schweißtreibenden Hip-Hop-Klassen, er führte uns aber ebenso intensiv in die Kunst der Meditation und der Yin Yoga-Praxis ein. Das kommt nicht von ungefähr: Steve Ross ist mit Paul Grilley gut befreundet.

Später folgte ein Workshop mit JOSH SUMMERS und ich erkannte, dass YIN Yoga gar keinem geregelten System unterliegen kann. Warum? Weil YIN YOGA die individuellen Gegebenheiten, die aktuelle Verfassung – physisch wie psychisch – sowie die unterschiedlichsten anatomischen Voraussetzungen wie kein anderer Yogastil respektiert. Jeder Mensch ist einzigartig. Und es gibt immer eine Haltung, die für einen Menschen einfach nicht passt, egal, wie schön sie auf dem Cover des Yogajournals aussehen mag. Paul Grilley untermalt seinen sehr zielgerichteten und unglamourösen Unterricht immer wieder mit kleinen Anekdoten. So erzählt er von einer seiner Schülerinnen, die von Shavasana blaue Flecken bekam. “Shavasana!! Can you believe it?”

Wenig Glamour, viel Wissen: Yin Yoga Workshop mit Paul Grilley

Unter den rund 60 Teilnehmern, fast ausschließlich Yogalehrer, werden im Laufe der Workshops immer wieder Extrembeispiele gesucht, um zu beweisen, wie facettenreich die Yogapraxis sein muss. Paul spricht viel, Suzee demonstriert die Yoga-Posen und zeigt Alternativen. Wenn Paul abdriftet, hält Suzee die Zügel in der Hand und “ermahnt” Paul, den einen oder anderen Punkt doch nochmals deutlicher zu erklären. Die beiden sind ein unschlagbares Team. Wenn Fragen auftauchen, wie denn die Hände oder Füße bei dieser oder jener Pose auszusehen haben, spricht Paul immer wieder langsam vor: “I DON’T KNOW AND I DON’T CARE”. Alle sprechen es im Chor nach, bis es alle verstanden haben: Es ist egal, wie die Pose aussieht, solange die Dehnung im TARGET AREA erreicht wird. Diese Körperzonen rund um Hüfte und Oberschenkel  sind Thema eines gesamten Vormittags. Immer wieder zeigt Paul den Querschnitt eines Oberschenkels, die vier Muskelgruppen und die damit angesprochenen Meridiane und Organpaare.

Es wäre kompliziert, wäre seine Botschaft unterm Strich nicht so sonnenklar. So klar, dass man sich fragt, warum man die Dinge nicht schon eher auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht hat. Nach einer ausgiebigen YIN-Sequenz stelle ich fest, dass Paul, wie auch schon in seinem Buch, keine abwechslungsreichen Posen erfindet. Überhaupt spielt dieses Erreichen einer gezielten Endhaltung keine Rolle. Es gibt zwar den PIGEON, den DRAGON und die unbeliebte FROG-Pose. Aber darüber hinaus nicht viel mehr. YIN Yoga ist weder kreativ noch abwechslungsreich. Im Gegenteil, es kann furchtbar langweilig sein, in den Posen minutenlang zu verharren. Und genau das ist der Lernprozess und die Herausforderung. Plötzlich wird sichtbar, welche chaotischen Gedanken den Kopf beherrschen. Stimmt, bequem ist das nicht. Umso größer wird der Respekt für meine Yogaschüler, die den Mut und die Geduld, die Ausdauer und Beharrlichkeit aufbringen, sich durch meine Yin & Yang Stunden zu kämpfen. 

Kaffee & Smoothies im neuen Retreat Café

In den Pausen pilgert das Yogavolk nach draußen zum neu eröffneten RETREAT CAFÉ, das zu TRIYOGA gehört. Da ich das wunderbare CAFÉ in Primrose Hill noch gut in Erinnerung hatte, war ich nicht sonderlich überrascht, welche Köstlichkeiten hier kredenzt werden: Ein Smoothie ist hier nicht gefakt, sondern tatsächlich eine gesunde Sache. Jeder Drink wird nach Bestellung einzeln frisch zubereitet. Chia, Weizengras, Matcha…hier fährt man das ganze Programm. Protein-Bars, Quinoa-Sprossen-Salate, Avocado-Wraps und mindestens 8 verschiedene Kokoswasser-Sorten. I’m in heaven! Und genau wie in Primrose steht auch hier eine silberglänzende Espresso-Maschine. Man freut sich, dass Kaffee in Yogakreisen akzeptiert wird und sogar noch richtig gut schmeckt. Den Cappuccino bekommt man auch mit Mandelmilch, wenn’s sein soll. All das in einer Atmosphäre aus weißen Wänden und Tischen aus Treibholz. Obst, Gemüse und Kräuter in lasierten Holzkisten drapiert. Nicht nur als Deko, sondern um die Zutaten tatsächlich zu verwenden.

Yoga im zentralen Londoner Stadtteil Soho

Das Yogastudio selbst hat man gerade frisch renoviert und um einen zusätzlichen Yogaraum erweitert. Beheimatet ist beides, Yogastudio und Retreat Café, im obersten Stockwerk des KINGLY COURT. Angesichts des beschaulichen Innenhofs könnte man fast vergessen, dass gleich nebenan die Massen durch die Carnaby und Regent Street ziehen. Dennoch hat sich der Healthy Lifestyle hier gut etabliert und zieht langsam aber sicher seine Kreise: Auf dem Weg zum Triyoga Studio passiert man entweder den SWEATY BETTY Shop mit Yoga- und Sportoutfits oder kommt am neu eröffneten Deli THE DETOX KITCHEN vorbei.

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