YOGA & BOOKS: Detox Yoga mit Yin und Yang – Stefanie Arend

Man kann gar nicht anders, als Stefanie Arends neues Buch zu mögen. Vielleicht liegt es an den frischen Farben, vielleicht am Trendthema Detox oder am gelungenen Gesamtüberblick zu aktuellen Yogathemen.

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Apfelgrün und Himbeerpink – schon die Farben, die mich vom Cover anstrahlen, lassen mich an fruchtige Smoothies denken. Stefanie Arend setzt auf ein luftig frisches Layout, das sofort dazu einlädt in ihrem neuen Buch “Detox mit Yin und Yang Yoga” zu blättern. Und bevor ich mich noch in die Tiefen des 192 Seiten starken Werkes blättere, entdecke ich auch schon mein erstes Highlight: Der aufklappbare Buchdeckel gibt auf der Vorderseite eine Tabelle frei, die ich in dieser Zusammenstellung schon lange gesucht habe. Da werden die fünf Elemente unter anderem den Chakren, Farben, Körperteilen und Jahreszeiten zugeordnet, vor allem aber auch den aus der TCM bekannten Organpaaren. So lässt sich beispielsweise auf einen Blick feststellen, dass Milz und Magen eine Einheit bilden, sie dem Element Erde zugeordnet werden, sie auf emotionaler Ebene mit Sorgen und auf körperlicher Ebene mit der Verdauung in Verbindung stehen.

Ein bisschen knapper fallen die beiden Bilder daneben aus, die den menschlichen Körper und den Verlauf der Meridiane zeigen. Um die Linie des Lebermeridians zu verfolgen, braucht man schon sehr gute Augen. Aber darüber sollte man sich weder ärgern, noch sollte man wütend werden, denn das könnte sich negativ auf die Sehkraft auswirken – so lässt es sich der Tabelle entnehmen. Um den Verlauf der Meridiane genauer unter die Lupe zu nehmen, empfiehlt sich das Buch “Insight Yoga” von Sarah Powers, das auch unter Stefanie Arends Buchempfehlungen auf Seite 190 gelistet ist. Auch die aufklappbare Buchdeckelrückseite bietet eine praktische Zusammenfassung: In welchen Lebensmitteln sind welche Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente enthalten? Das fragen sich Ernährungsbewusste nur allzu oft. Hier genügt ein schneller Blick ins Buch und schon ist man im Bilde. Somit ist also schon alleine die Hülle des Yogabuches eine Investition wert.

Doch Stefanie Arend, die ihre Yin-Yoga-Ausbildung bei Paul Grilley absolviert hat, spannt den Bogen noch viel weiter: Yang-Übungen für Energie und Muskelkraft sind ebenso im Buch enthalten wie Yin-Übungen für gesunde Ausstrahlung und einen geschmeidigen Körper. Man findet eine bebilderte Anleitung von Paul Grilleys berühmt-berüchtigten Flying Dragon Flow, den ich in einer ähnlichen Variante bei einem Workshop mit dem Meister selbst bereits lieben gelernt habe. Was hat dies nun alles mit Detox zu tun, könnte man sich fragen. Stefanie Arend hat dazu eine klare Antwort: sehr viel! Im Einführungskapitel “Wunderwerk Körper” erklärt sie, wie Yoga zur Entschlackung und Entgiftung beiträgt und begründet den Einsatz von Yin- und Yang-Haltungen. Warum Yin und Yang als Einheit? An dieser Stelle des Buches stolpere ich auf einen der grün eingerahmten Tipps, der wohl extra für mich geschrieben wurde, denn ich fühle mich ein bisschen in meinem unermüdlichen Tatendrang ertappt, der nicht immer auf mein inneres Gleichgewicht Rücksicht nimmt:

Kümmere dich gut um dein Seelenleben und höre auf deine tiefsten inneren Bedürfnisse. Wenn du nicht deinem Herzensweg folgst und die zarten Zeichen deiner Seele immer wieder ignorierst, kannst du auf der körperlichen Ebene so viel reinigen wie du möchtest, es wird niemals den gleichen Effekt haben, wie wenn du dich seelisch im Gleichgewicht fühlst.

Balance, Harmonie und Ganzheitlichkeit lautet also das Stichwort. Wie bei allem im Leben, führen weder einseitige Sichtweisen noch der Hang zu Extremen zum Ziel. Und so ist Stefanie Arends Detox-Buch eine Muss-Lektüre, auch wenn man das aktuelle Trendthema Detox nicht im Fokus hat. Mit einem Schmunzeln erinnere ich mich noch an eines meiner ersten Yogabücher, das mir vor rund eineinhalb Jahrzehnten in die Hände fiel: “Yoga für Menschen von heute” von Andre van Lysebeth. Ein Klassiker, der nur spärlich bebildert war. Abseits der Erklärung von Asanas war von vielen yogischen Reinigungsritualen die Rede, die mich eher abschreckten als mich für die Sache begeisterten. Wie gut, dass sich die Zeiten geändert haben. Stefanie Arend integriert einfache Atem-, Achtsamkeits- und Meditationsübungen, die verständlich beschrieben sind und so jegliche Hürden, die einen von ersten Versuchen abhalten könnten, aus dem Weg räumen. Das Kapitel Ernährung enthält einen Tipp, dem ich zu 100 Prozent zustimme: Kaffee-Morgenrituale streichen und stattdessen mit einem Smoothie in den Tag starten, weil der noch leere Magen Nährstoffe besser aufnehmen kann. Hat man diesen direkten Energieschub einmal gespürt, will man ihn nicht mehr missen.

Im Buch findet man auch ein paar einfache Rezepte zum Ausprobieren. Für mein Empfinden hätte man den Food-Fotos ruhig noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen können. Möglicherweise habe ich mein aktuelles Lieblingskochbuch “Green Kitchen Travels”, ein Paradebeispiel wunderschöner Food-Fotografie, im Moment zu sehr im Kopf. In “Detox Yoga mit Yin und Yang” spielen die Food-Fotos eben nur eine Nebenrolle. Apropos Rolle: Die Faszienrolle darf nicht fehlen! Faszien sind derzeit überall präsent und so kommt auch ein Buch wie dieses an diesem Thema nicht vorbei. Stefanie Arend erkärt mit verständlichen Worten, was es mit den Faszien auf sich hat und zeigt einige Übungen mit der Faszienrolle. Ich besitze mittlerweile selbst eine derartige Rolle und rolle täglich meinen Rücken darauf aus. Das Feeling ist genau wie von Stefanie mit einem Augenzwinkern beschrieben: als würde man einen Pizzateig mit dem Nudelholz ausrollen! 

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Mein Fazit: Stefanie Arends “Detox Yoga mit Yin und Yang” eignet sich nicht nur für Detox-Fans, sondern für alle, die ihre Yogapraxis vertiefen und mehr über die Zusammenhänge von Yin und Yang erfahren möchten. Themen wie Ernährung, Faszien und Atemtechniken werden – verpackt in ein ansprechendes Format und Layout – ebenso mitgeliefert, wie nützliche, von der Autorin selbst erprobte Alltagsrituale. Einmal gelesen, ist das Buch ein praktisches, ganzheitliches und alltagstaugliches Nachschlagewerk, das seinen fixen Platz im Yoga-Bücherregal verdient hat.

Mehr über Stefanie Arend unter www.yin-yoga-de

 

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