YOGA & INSPIRATION: YIN Yoga Blogreihe #3 mit Tanja Seehofer

Für den 3. Teil meiner YIN Yoga Blogreihe habe ich Tanja Seehofer gefragt, wie die stillen Einsichten, die wir bei Yin-Haltungen auf der Yogamatte machen, auch im Alltag wirksam werden können.

tanja seehofer yin yoga

Wer sich mit YIN Yoga beschäftigt, für den ist Tanja Seehofer vermutlich ein Begriff. Sie ist zweifellos eine der namhaften Persönlichkeiten der deutschsprachigen Yoga-Szene, die man kennen sollte. Ich hatte schon mehrmals das Vergnügen bei ihren mit viel Herzenswärme gefüllten Stunden und Workshops in München sowie in Salzburg mit dabei zu sein. Die passionierte Yin Yogalehrerin und Mentaltrainerin unterrichtet zudem Retreats und Weiterbildungen im In- und Ausland und ist Autorin der Bücher “Yin Yoga des Herzens” und “Yoga gegen Burnout – gelassen und selbstsicher im Stress”. Selbst in der Vergangenheit von Burnout und Depression betroffen, wurde insbesondere Yin Yoga ein heilender Begleiter auf Tanjas Weg zur Gesundung. Ihr authentischer und einfühlsamer Unterricht ist von diesen Selbsterfahrungen geprägt und wird von Meditation, Yoga Nidra, Achtsamkeits- und Entspannungsübungen ergänzt. Für meinen Yin-Artikel habe ich neben Chiaradina Cerweny und Juli Jyoti Lietz auch Tanja nach ihren persönlichen Einsichten und ihren Tipps für den Alltag befragt. Viel Spaß beim Lesen!

tanja seehofer yoga adjustment

Mehr YIN im Alltag!

Gedanken, Weisheiten & Tipps von Tanja Seehofer

“Yin Yoga ist für mich mehr und mehr eine Bewusstseinsreise. Wir können uns selbst ganz neu erfahren, spüren, fühlen und haben die Möglichkeit unsere körperliche Wahrnehmung zu erweitern und somit auch unseren Geist auszudehnen. Um ums weiterzuentwickeln brauchen wir physische und mentale Reize – und so bietet uns Yin Yoga die Gelegenheit Stück für Stück von der Oberfläche in die tieferen Schichten des Körpers zu dringen. Wir haben die Möglichkeit bis zum innersten Kern unseres Selbst zu gelangen. Yin Yoga ist ein wahrnehmungsorientiertes Yoga und wir erkennen die Einzigartigkeit eines jeden Menschen.

Die Möglichkeit, den Körper von Moment zu Moment wahrzunehmen, die eigenen Grenzen zu erspüren und von Augenblick zu Augenblick bewusst zu bleiben, bringt das Gefühl von Freiheit und tiefer Verbundenheit. Wir üben uns, geduldig zu sein, beobachten uns selbst und erfahren: Wo unterfordere ich mich gerade? Oder: Wo überfordere ich mich gerade? Wir bewegen uns im Geist eines Anfängers in einem Bereich aktiver Körpererfahrung.

Wir können erfahren, dass zwar unsere Asanaform im Yin Yoga erst einmal statisch eingenommen wird, sich diese jedoch im Laufe des Haltens verändert. Die körperliche Grenze lässt sich nach und nach je nach Körper verschieben, ohne Gewalt, hier wirkt die Schwerkraft. Gerade die Grenzen zu erforschen und zu erarbeiten ist ein wunderbares Mittel auch im Alltag die eigenen Grenzen wieder bewusst zu spüren und nachzufragen: Bin ich hier überhaupt richtig? Tut es mir noch gut oder verletze ich mich hier selbst? Im Alltag stellt sich die Frage: Tue ich etwas, nur um anderen zu gefallen? Der Lernprozess auf der Yogamatte bewirkt nach und nach auch im Alltag ein authentisches Verhalten, ein Erkennen und Umdenken.

Im Yin Yoga wie auch in der Meditation haben wir die Möglichkeit – ein wichtiger Punkt – Gleichmut zu üben. Gleichmut wird trainiert, die wertfreie Wahrnehmung in der Rolle des Beobachters, es entsteht und es vergeht, nichts bleibt wie es ist. Mögliche Trigger werden als Chance gesehen und achtsam wahrgenommen – all das kann zur Veränderung im Alltag motivieren.

Im Yin Yoga dehnen wir unser Bewusstsein auf die Empfindungen im Körper aus und trainieren hier die Rolle des Beobachters, des Zuschauers mit dem Wissen: es entsteht, es vergeht. Gleichmut und Anicce (der Prozess der Veränderung). Wir sind ganz im Hier und Jetzt und trainieren unsere Geduld, das annehmen, was ist. Was fühlen, empfinden wir? Was macht es mit uns, was löst es aus? In der Yin Yoga Haltung machen wir alles, was kommt, zum Gegenstand unserer Aufmerksamkeit. Wir akzeptieren ohne Verlangen oder Abneigung. Wir ertasten unsere Grenze und achten im Hier und Jetzt auf uns. Diese Sichtweise kann uns auch im Alltag helfen. Die Sichtweise ermöglicht es uns, auch mit den unangenehmen Gefühlen und Empfindungen im Alltag anders umzugehen als bisher. Das wertfreie Zulassen dieser Empfindungen hilft uns auf dem Weg zur Selbsterkenntnis. Sie helfen uns dabei, Fokus, Konzentration, innere Ruhe und Gelassenheit sowie ein neues Bewusstsein zu entwickeln. Es geht darum, die Dinge in diesem Augenblick anzunehmen, wie sie kommen und hinein zu spüren, was all das mit mir macht. So können wir im Alltag klarer auf bestimmte Gegebenheiten reagieren. Wir agieren in Weisheit und reagieren nicht mehr mit unserem alten Ego-Verhalten.”

Mehr über Tanja Seehofer >> Website & Facebook


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